Mit Löten hatte ich eigentlich schon früh Berührungspunkte. Mein Opa war Elektriker, und als Kind habe ich immer wieder mitbekommen, wie er Dinge repariert oder an elektrischen Geräten gearbeitet hat. Später habe ich selbst IT-Systemelektroniker gelernt.
Umso mehr hat es mich irgendwann genervt, dass bei meinen eigenen Projekten plötzlich das Lötzinn nicht mehr richtig an der Lötspitze haften wollte. Die Spitze wurde schwarz, das Zinn floss schlecht und ich erhöhte die Temperatur immer weiter. Teilweise bis auf ungefähr 400 Grad – ohne dass die Lötstellen dadurch wirklich besser wurden.
Irgendwann dachte ich deshalb schlicht, dass ich aus der Übung bin und das Löten vielleicht doch nicht mehr so gut beherrsche wie früher.
Rückblickend lag das Problem aber nicht nur bei mir. Mein Werkzeug hatte einen deutlich größeren Anteil daran, als ich zunächst dachte.
Irgendwas passte da nicht
Das Komische war, dass sich Löten für mich früher nicht so kompliziert angefühlt hatte.
Ich wusste noch ungefähr, wie eine vernünftige Lötstelle aussehen sollte. Aber mit meiner alten Station war jeder kleine Aufbau plötzlich unnötig mühsam. Wenn das Zinn nicht richtig floss, habe ich länger erhitzt. Wenn das nicht half, ging ich mit der Temperatur weiter hoch.
Das hat irgendwann zu genau dem Gegenteil geführt. Die Spitze sah immer schlechter aus und ich hatte bei manchen Platinen schon Sorge, dass ich mehr kaputtmache als repariere.
Ein paar kleine Projekte habe ich mir vermutlich genau so ruiniert.
[Foto der alten Lötstation oder einer alten Spitze, falls vorhanden]
Im Nachhinein war die schwarze Spitze eigentlich schon ein ziemlich deutliches Zeichen. Damals habe ich aber eher bei mir selbst gesucht und gedacht, dass ich schlicht wieder mehr Übung brauche.
Beim Qalcosonic-Projekt hatte ich keine Lust mehr darauf
Das Thema kam beim Aufbau meines Qalcosonic-W1-Sensors wieder hoch.
Die erste Version hatte ich noch komplett mit Jumper-Kabeln aufgebaut. ESP32, PN5180, ein paar Kabel dazwischen – nicht schön, aber zum Testen völlig ausreichend.

Nachdem das zuverlässig lief, wollte ich daraus eine etwas vernünftigere Version machen. Also Buchsenleisten und Verbindungen auf eine Lochrasterplatine löten und das Ganze kompakter aufbauen.
Und genau da hatte ich keine Lust mehr, mich wieder mit meiner alten Lötstation herumzuärgern.
Ich habe mir deshalb einen Pinecil V2 bestellt.
Nicht, weil ich unbedingt einen besonderen Lötkolben haben wollte. Ich wollte einfach etwas, mit dem ich meine kleinen Projekte ordentlich erledigen kann.
Link zu meinem Qalcosonic Wasseruhr Projekt
Der Unterschied war größer als erwartet
Beim ersten Löten mit dem Pinecil war eigentlich ziemlich schnell klar, dass mein altes Werkzeug zumindest einen ordentlichen Anteil an meinen Problemen hatte.
Der Pinecil ist klein, leicht und schnell auf Temperatur. Viel wichtiger war für mich aber, dass die Wärme dort ankam, wo ich sie haben wollte.
Plötzlich war eine Lötstelle wieder eine Sache von ein paar Sekunden. Stelle erwärmen, Lötzinn dazu, Zinn fließt, fertig.
Keine 400 Grad und kein minutenlanges Herumprobieren.
Das war ehrlich gesagt schon etwas ernüchternd, weil ich vorher teilweise dachte, ich hätte das Löten einfach komplett verlernt.
[Foto Pinecil beim Löten]
Natürlich war deshalb nicht automatisch jede Lötstelle perfekt. Aber ich hatte zumindest wieder das Gefühl, dass das Werkzeug das macht, was ich von ihm erwarte.
Die Temperatur war nicht mein eigentliches Problem
Ich habe bei meiner alten Station immer versucht, fehlende Ergebnisse mit mehr Temperatur auszugleichen. Genau das würde ich heute nicht mehr machen.
Wenn eine Spitze oxidiert ist oder das Lötzinn schlecht annimmt, hilft es nicht besonders viel, einfach immer heißer zu werden. Man erhitzt dann vor allem die Platine und das Bauteil länger, ohne dass die Lötstelle dadurch automatisch besser wird.
Heute schaue ich zuerst nach den einfacheren Dingen: Ist die Spitze sauber? Ist sie verzinnt? Passt die Spitze zur Lötstelle? Ist das Lötzinn vernünftig? Brauche ich zusätzlich etwas Flussmittel?
Das klingt banal, aber genau diese Dinge hatte ich vorher teilweise mit mehr Temperatur überspielt.
Mein Aufbau heute
Beim Qalcosonic-Projekt konnte ich die zweite Version anschließend deutlich entspannter aufbauen. Die Komponenten sitzen jetzt auf einer Lochrasterplatine und sind über Buchsenleisten steckbar.

Perfekt ist das nicht. Es ist immer noch ein selbst gebauter Sensor im Keller.
Aber die Lötstellen sind sauber, der Aufbau funktioniert und ich hatte beim Löten nicht ständig das Gefühl, jeden Moment eine Leiterbahn oder einen ESP32 zu grillen.
Mehr wollte ich eigentlich gar nicht.
Muss es ein Pinecil V2 sein?
Nein.
Ich kann nur über das Werkzeug schreiben, das ich selbst gekauft und benutzt habe. Bei mir war der Pinecil V2 der Wechsel, nach dem Löten wieder vernünftig funktioniert hat.
Es gibt sicherlich auch andere gute Lötkolben und Stationen.
Was ich aus der Sache eher mitgenommen habe: Wenn man dauerhaft gegen sein Werkzeug arbeitet, sollte man irgendwann nicht mehr nur an der eigenen Technik zweifeln.
Gerade bei so etwas wie Löten merkt man den Unterschied ziemlich schnell.
Was ich heute dafür benutze
Für meine kleinen Elektronik- und Smart-Home-Projekte brauche ich gar nicht besonders viel:
- Pinecil V2: ➡️ LINK alternative LINK* oder LINK*
- Platine/Lochraster: ➡️ LINK*
- Litzen: ➡️ LINK*
- Buchsenleiste: ➡️ LINK*
- Elektronik-Seitenschneider: ➡️ LINK*
- Lötzinn: ➡️ LINK*
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Am Ende war es weniger kompliziert als gedacht
Das eigentlich Ärgerliche an der Geschichte ist rückblickend, dass ich ziemlich lange dachte, das Problem läge hauptsächlich an mir.
Mit einem vernünftigen Lötkolben war ein großer Teil des Frusts plötzlich weg.
Ich löte dadurch nicht automatisch besser als jemand anderes. Aber ich kann meine Projekte heute fertigstellen, ohne vorher schon keine Lust auf die paar Lötstellen zu haben.
Und genau das war am Ende das Ziel.
